VW – Aktien

Die Manipulation von Abgaswerten bei bestimmten Dieselmotoren, hat unter anderem auch dazu geführt, dass die VW Aktien erheblich an Wert verloren haben. Jeder einzelne Aktionär der VW AG ist somit Mitbetroffener.

Gibt es Möglichkeiten, dass der einzelne Aktionär den Schaden, den er durch diese massiven Kursverluste erlitten hat, von VW ersetzt verlangen kann? Diese Frage ist grundsätzlich zu bejahen.

§ 37 b Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz normiert für bestimmte Fälle eine entsprechende Ersatzpflicht der jeweiligen Aktiengesellschaft. Wenn eine Aktiengesellschaft es unterlässt, Tatsachen zu veröffentlichen (sogenannte Ad-hoc-Mitteilungen), die Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage der Aktiengesellschaft oder den allgemeinen Geschäftsverlauf haben können, also den Kurs der Aktien maßgeblich bestimmen können, dann kann die entsprechende Aktiengesellschaft auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden.

Soweit bisher bekannt geworden ist, hat VW im Jahr 2008 entschieden, bei bestimmten Dieselmotoren manipulierte Software einzubauen. Im Jahr 2011 hat ein VW-Techniker den zuständigen Vorstand bei VW darauf hingewiesen, dass bei VW illegale Praktiken hinsichtlich der Manipulation einer Software stattfänden und empfohlen, diese Manipulation zu beenden.

Im Mai 2014 ist VW darüber informiert worden, dass die amerikanische Umweltbehörde von Manipulationen bei bestimmten Dieselfahrzeugen ausgeht. Am 8. Juli 2015 hat die kalifornische Umweltbehörde VW mitgeteilt, dass man nunmehr von einer Manipulation der Abgaswerte bei bestimmten Dieselmotoren ausgehe.

Dies wurde offensichtlich dem Vorstandsvorsitzenden von VW am 3. September 2015 bekannt.

Hieraus ist abzuleiten, dass VW es über einen langen Zeitraum versäumt hat, den Markt darüber zu informieren, dass Manipulationen hinsichtlich der Abgaswerte bei bestimmten Dieselmotoren erfolgen. Dass eine entsprechende Mitteilung einen erheblichen Einfluss auf den Kurs der VW Aktie gehabt hätte, lässt sich schlechthin nicht leugnen.

Hieraus ergibt sich, dass es durchaus Chancen für den einzelnen Aktionär gibt, den Schaden, den er nunmehr aufgrund der Kursturbulenzen wegen der Abgasmanipulation erlitten hat, erfolgreich gegenüber VW geltend zu machen.

W.Götz

B.Trotzki

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