Vorsicht bei Fotos im Netz

Es war schon immer gefährlich, Fotos aus dem Netz herunterzuladen. Dies ist nun noch viel gefährlicher geworden. Es gibt mehrere Anbieter, die im Internet Fotos kostenlos anbieten, wenn man denn ihre Lizenzbedingungen beachtet. So verlangt z.B. die Firma Pixelio (www.pixelio.de), dass man, wenn man deren Fotos auf seiner eigenen Homepage verwendet, unmittelbar bei dem Foto auf den Fotografen hinweisen muss und darauf, dass das Foto von der Firma Pixelio heruntergeladen wurde. Bisher war dies kein Problem. Nun ist allerdings ein Fotograf auf die Idee verfallen, dass diese Angaben nicht ausreichend sein sollen. Er hat den Betreiber einer Website abgemahnt, weil zwar neben dem Foto die geforderten Angaben standen, aber nicht auf dem Foto selbst. Dies hat – vereinfacht gesagt – folgenden technischen Hintergrund: Klickt man mit der rechten Maustaste im Browser auf ein Foto, so öffnet sich ein Menü. Klickt man dort auf den Menüpunkt “Grafik anzeigen” so kann man das Bild isoliert darstellen. Dabei erscheint in der Kopfzeile des Browers eine direkte Webadresse (Bild-URL) unter der man das Bild isoliert ohne jegliche Umgebung aufrufen kann. Das Landgericht Köln verlangt nun, dass in dem Bild nun auch noch der Name des Fotografen angegeben werden muss.
Der normale User weiß schon gar nicht, wie man dies macht. Darüber hinaus verändert man dadurch das Bild, was in diversen Fällen nun auch noch verboten ist. Man befindet sich mithin in einem unauflösbaren Dilemma.
Die Juristen streiten darüber, ob das Urteil des Landgerichts Köln richtig oder falsch ist. Es ist Berufung eingelegt worden, weil mit diesem Urteil die Verwendung von Bildern im Internet, die offiziell mit Lizenz versehen angeboten werden, praktisch unmöglich wird.

Mehr zu dem entschiedenen Fall findet man auf der Homepage des Rechtsanwalts Niklas Plutte (www.ra-plutte.de) sowie auf der Homepage der Firma Pixelio (www.pixelio.de).

LG Köln v. 30.01.2014, AZ 14 O 427/13

Eghard Teichmann

Kommentare sind geschlossen