Umgangsrecht ist zu fördern

Der Elternteil, der das gemeinsame Kind betreut, hat die Pflicht, die Kontakte des Kindes zum anderen Elternteil zu fördern.

Diese Klarstellung traf das OLG Frankfurt a. M. in einem Rechtsstreit zum Umgangsrecht. Die Richter wiesen dabei auf die gesetzlich vorgesehene Wohlverhaltenspflicht eines je-den Elternteils hin. Sie müssen alles unterlassen, was einen Umgang des Kindes mit dem anderen Elternteil gefährden könnte. Sie müssen sogar die Kontakte des Kindes mit dem anderen Elternteil positiv fördern. Es muss auch erzieherisch auf das Kind eingewirkt werden, damit ein Umgang zum anderen Elternteil möglich wird. Den Vorwurf, gegen die Wohl-verhaltenspflicht verstoßen zu haben, kann der betroffene Elternteil nur zurückweisen, wenn ihn kein Verschulden an dem Verhalten des Kindes trifft. Dazu muss er im Einzelfall darlegen, wie und in welchem Umfang er auf das Kind eingewirkt hat, um es zum Umgang zu bewegen.

OLG Frankfurt a. M. Az.: 5 WF 120/13

Nanette Teichmann

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