Arbeitsrecht

Arbeitsvertrag

Arbeitsverträge können grundsätzlich auch mündlich geschlossen werden und sind dann wirksam. Allerdings verlangt das Nachweisgesetz, dass schriftlich die „Eckpunkte“ festzuhalten sind: Die Beteiligten, Lage und Dauer der Arbeitszeit, Gehalt.

Kündigung

Die Mindestkündigungsfristen ergeben sich aus § 622 BGB. In Betrieben mit weniger als 10 Mitarbeitern kann ohne Angabe eines Grundes gekündigt werden. In größeren Betrieben nur, wenn die Kündigung „sozial gerechtfertigt“ ist, § 1 KschG.

Krankheit

Das Gesetz spricht von Arbeitsunfähigkeit, nicht von Krankheit, was durchaus eun Unterschied sein kann. Im Falle der Arbeitsunfähigkeit zahlt der Arbeitgeber das Gehalt bis zu 6 Wochen weiter, allerdings erst, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens 4 Wochen bestanden hat. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung kann das Arbeitsverhältnis auch während einer Krankheit gekündigt werden.

Mindestlohn

Die Höhe des Mindestlohnes wird vom Gesetzgeber bestimmt und beträgt zur Zeit 8,84 Euro pro Stunde. Die Frage ist, wie Nebenleistungen (z.B. Überstunden- und Nachtzuschläge, Prämien und Ähnliches) bei der Berechnung zu berücksichtigen sind. Das Bundesarbeitsgericht geht dabei von einer rein monatlichen Betrachtung aus, was bedeutet, dass der gesamte im Monat erzielte Verdienst einschliesslich der Nebenleistungen durch die Zahl der in diesem Monat gearbeiteten Stunden geteilt wird. Es kann also z.B. ein Stundenlohn von 7 Euro gezahlt werden, wenn sich bei Einbeziehung von zusätzlich gezahlten Prämien ein Gesamtbetrag von 8,84 Euro pro Stunde ergibt.

Urlaub

Der per Gesetz vorgeschriebene Mindesturlaub beträgt 24 Arbeitstage, wobei der Gesetzgeber von 6 Arbeitstagen pro Woche ausgeht. Wird an weniger Tagen gearbeitet, berechnet sich der Urlaub nach der Faustformel: „Urlaubsdauer (24 Tage) geteilt durch 6 mal Zahl der Arbeitstage pro Woche“. Bei Teilzeitarbeit ergeben sich komplexe Berechnungen. Die Dauer des Urlaubs kann per Arbeits- oder Tarifvertrag verlängert werden.

 

Arbeitsrecht wird bearbeitet durch:
Rechtsanwalt Eghard Teichmann

Kommentare sind geschlossen