„Cold Call“

Immer wieder kommt es vor, dass Unternehmen oder Privatleute per Anruf dazu veranlasst werden, Sachen zu bestellen. Besonders beliebt ist die Aufforderung, sich in einem Branchenverzeichnis oder Telefonverzeichnis eintragen zulassen. Erklärt man sich hiermit einverstanden, kommt die böse Überraschung auf dem Fuße in Form einer nicht gerade kleinen Rechnung.

Das Amtsgericht Bonn hat nun in einer Entscheidung vom 23.06.2015 entschieden, dass demjenigen, der von einem Unternehmen ohne vorherige Kontaktaufnahmen mit einem Werbeanruf überzogen wird, ein Schadenersatzanspruch zusteht. Das Amtsgericht nimmt an, dass der (fiktive) Schaden genauso hoch ist, wie die Rechnungssumme. Der Angerufene kann mit diesem Schadenersatzanspruch aufrechnen, was dazu führt, dass er letztendlich nichts bezahlen muss.

Wird man mithin ohne jegliche Vorwarnung per Telefon zum Abschluss eines Vertrages veran-lasst, so muss man die darauffolgende Rechnung nicht bezahlen.

AG Bonn, 23.06.2015, Az.: 109 C 348/14

Eghard Teichmann

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