Aufklärungspflichten bei Fremdwährungskredit

 

Es war in der Vergangenheit durchaus überlegenswert, einen Kredit / ein Darlehen nicht in der Währung des eigenen Landes zu nehmen, sondern in einer Fremdwährung, weil man dort vermeintlich günstigere Kredite bekam in dem Sinne, dass die Zinsen in einem Fremdwährungsgebiet niedriger als im eigenen Land waren.

Sehr häufig ist verkannt worden, dass diese Vorteile sehr rasch in ihr Gegenteil verdreht werden können, wenn sich die Währungsparitäten, die zum Zeitpunkt des Abschlusses eines solchen Fremdwährungskredites bestanden, stark verändern. Insbesondere dann, wenn die eigene Währung des Landes, in dem man sich aufhält, erheblich an Wert verliert, gegenüber der Fremdwährung, in der der Darlehens-/Kreditvertrag abgeschlossen worden ist. Dies gilt ganz besonders, wenn das Einkommen, die Liquidität, die der einzelne Darlehensnehmer erhält, in der eigenen Währung, die dann vielleicht abgewertet wird, weiterhin bezahlt wird. Dann wird ein Fremdwährungskredit zu einer ganz erheblichen Falle, die bis zur Existenzvernichtung gehen kann.

Nun hat der EuGH in seinem Urteil vom 20.09.2017 festgestellt, dass auf diese Risiken, die in der Gewährung eines Fremdwährungskredites liegen, das den Kredit / das Darlehen gewährende Kreditinstitut ganz besonders und sorgfältig hinweisen muss.

Der EuGH legt fest, dass dem einzelnem Kreditnehmer Informationen zur Verfügung zu stellen sind, die ausreichen, um ihn in die Lage zu versetzen, eine umsichtige und besonnene Entscheidung zu treffen. Diese Informationen müssen nicht nur die Möglichkeit einer Auf- und Abwertung der Kreditwährung umfassen, sondern auch die Auswirkungen von Kursschwankungen und der Erhöhung des Zinssatzes der Kreditgewährung auf die Ratenzahlungen.

Wenn diese sorgfältigen Hinweise auf die bei der Gewährung / der Aufnahme eines Kredites bestehenden Risiken für den Kreditnehmer nicht in deutlicher Form erfolgen, kann sich die jeweilige Bank schadensersatzpflichtig machen.

Es ist daher zu prüfen für denjenigen, der Fremdwährungskredite aufgenommen hat, inwieweit er nicht einen Schadenersatzanspruch gegen die gewährende Bank hat.

Wolfgang D. Götz

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