Arbeiten im Rentenalter

Viele Arbeitnehmer, die auf Ihr Rentenalter zugehen, möchten gern weiterarbeiten. Auf der an-deren Seite steht das Interesse der Arbeitgeber, erfahrene und durchaus noch leistungsfähige Arbeitnehmer auch über das Rentenalter hinaus weiter zu beschäftigen.

In den meisten Arbeitsverträgen steht der Satz, dass das Arbeitsverhältnis spätestens mit Erreichen der Regelaltersgrenze endet. Das hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Arbeitsverhältnisse eben zu diesem Zeitpunkt endeten und ein neues Arbeitsverhältnis abgeschlossen werden musste, was wiederum zur Anwendung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes führte. Wollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbaren, dass das Arbeitsverhältnis eine bestimmte Zeit fortgesetzt würde, so war dies unmöglich, weil ein befristetes Arbeitsverhältnis nicht an ein jahrelanges Arbeitsverhältnis angehängt werden konnte.

Endlich einmal hat nun der Gesetzgeber hier die Bedürfnisse seiner Mitbürger erkannt und die Situation grundlegend geändert.

Die Änderung besteht zunächst darin, dass Arbeitsverträge, in denen festgeschrieben ist, dass das Arbeitsverhältnis zum 65. Geburtstag endet automatisch sich bis zum Erreichen der Regel-altersgrenze (Beispielsweise 65 Jahre und 9 Monate) verlängern. Wollen die Parteien dann das Arbeitsverhältnis beispielsweise noch um weitere 18 Monate verlängern, so können Sie dies ohne weiteres vereinbaren. Sie brauchen dazu keinen besonderen Grund anzugeben und das Arbeitsverhältnis endet sodann nach weiteren 18 Monaten. Diese Befristungen können in belie-biger Menge und in beliebigen Zeiträumen wiederholt werden, sodass an die oben angespro-chenen 18 Monate beispielsweise weitere 3 und dann noch einmal weitere 10 Monate ange-hängt werden können.

Damit trägt der Gesetzgeber einem dringenden Bedürfnis sowohl auf der Arbeitnehmer- wie auch auf der Arbeitgeberseite Rechnung. Die neuen Regelungen finden sich in § 41 SGB VI.

Rechtsanwalt Eghard Teichmann

Kommentare sind geschlossen.